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PSD, PSB oder TIFF? Welches Format ist das Beste für Photoshop Dateien?

PSD, PSB oder TIFF? Welches Format ist das Beste für Photoshop Dateien?

PSD ist das native Photoshop Format. Warum sollten man darüber nachdenken, es durch ein anderes Dateiformat zu ersetzen? Weil PSD einige gravierende Nachteile hat. Von daher lohnt sich der Blick auf das TIFF Format als Alternative zu dem PSD Format.
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PSD oder TIFF?
Welches Format ist besser für Photoshop?

Diese Frage klingt auf den ersten Blick trivial. Normalerweise ist das native Dateiformat einer Anwendung das beste Format. Bei genauerer Betrachtung bringt das alternative freie Format TIFF einige Vorteile mit, die PSD nicht bieten kann.

Bei Auflösungen von 45 Megapxiel und mehr werden schnell Dateigrößen größer als 2 Gigabyte erreicht. Da PSD auf 2 Gigabyte beschränkt ist, ist spätestens an dem Punkt ein anderes Format zu verwenden.  Die Frage ändert sich hin zu:

PSB oder TIFF? Welches Format ist besser für Große Photoshop Dateien?

PSB (Photoshop Big) ist das Photoshopformat für große Dateien. Es hebt die Beschränkung auf 2 Gigabyte und 30.000 Pixel in Breite oder Höhe von PSD auf. PSB unterstützt Auflösungen bis 300.000 Pixel in Breite und Höhe. Ein gravierender Nachteil von PSB ist die sehr schlechte Unterstützung in anderen Anwendungen. Nicheinmal innerhalb von Adobe Anwendungen ist PSB voll kompatibel. Die mit Lightroom Classic 9.2 (Version Februar 2020) eingeführte PSB Unterstützung ist auf 65.000 Pixel Kantenlänge und 512 Megapixel limitiert. Es gibt noch weitere Einschränkungen, wie hier zu lesen ist. Andere raw Konverter wie z.B. Capture One können PSB Dateien nicht lesen, nicht einmal eine Vorschau kann angezeigt werden.

Ein voll kompatibles Format, ohne die Beschränkungen von PSD und PSB.
Ist TIFF die Lösung?

Diese Frage kann man ganz klar beantworten: Ja, meistens! In den allermeisten Fällen ist TIFF die bessere Wahl. Um diese Entscheidung so klar fällen zu können ist ein  Blick auf die zahlreichen Unterschiede zwischen den prorietären Photoshop Formaten und dem freien TIFF Format nötig.

Das TIFF Format

TIFF (Tag Image File Format)  ist ein Dateiformat, das gerasterte Grafiken verlustfrei speichern kann. Die TIFF 6.0 Spezifikation wurde am 3. Juni 1992 festgelegt und gilt bis heute. Seit 1994 hält Adobe das Copyright an der Spezifikation. TIFF ist ein offener Standard mit freiem Zugang zur Spezifiaktion: https://www.adobe.io/open/standards/TIFF.html

TIFF ist eine Art Containerformat, das aus drei Teilen besteht. Teil eins beinhaltet das Baseline TIFF, Teil zwei TIFF Erweiterungen und Teil drei kann Informationen jenseits der TIFF Spezifikation aufnehmen. Die Spezifikation von TIFF kann hier runtergeladen werden.

Der große Vorteil TIFF, die Erweiterbarkeit über Extensions, führte zu großen Inkompatibilitätsproblemen mit dem Format, was dem Akronym die neue Bedeutung “Thousands if Incompatible File Formats” gab. Es war nicht mehr möglich Anwendungen zu entwickeln, die alle TIFF Varianten lesen und verarbeiten konnten. Aus diesem Grund wurde ein gemeinsamer Nenner für TIFF definiert, der Teil eins der Spezifikation, das Baseline TIFF. Das Baseline TIFF enthält die verlustfreie gerasterte Grafik, die als Grundanforderung von wirklich jeder Anwendung, die TIFF unterstützt, gelesen werden kann. Durch diese Aufteilung wurde die bestmögliche Kompatibilität erreicht, die man heute von TIFF kennt und schätzt.

Ein TIFF kann somit über die Erweiterungen komplexe Photoshop Bearbeitungen speichern und als Baseline TIFF dennoch von Anwendungen wie Capture One gelesen werden. Eine Kompatibilität, die PSD oder gar PSB niemals erreichen können.

Kann TIFF die Formate PSD und PSB zu vollständig ersetzen?

In den allermeisten Fällen ja. TIFF kann nahezu alle Bearbeitungen aus Photoshop speichern wie Layer, Masken, Kanäle, Pfade, usw. Adobe beschreibt die Fähigkeiten von TIFF bei den Photoshop Dateiformaten. Die Beschreibung ist allerdings nicht abschließend.

Welche  Einstellungen genau nicht als TIFF gespeichert werden können, darüber finden sich keine Informationen im Netz. Ich habe bisher erst eine Einstellung gefunden, die eine TIFF Datei nicht speicher kann: Die Duplex-Optionen eines Graustufenbilds. In dem Fall wird die Option, die Datei als TIFF zu speichern, aber auch nicht angeboten, so dass beim Speichern im TIFF Format nicht mit dem Verlust von Einstellungen und Bearbeitungsschritten zu rechnen ist.

Vorteile freier Dateiformate

Einer der Hauptvorteile von TIFF ist, dass es ein freies Format ist. Freie Formate sind nicht von einzelnen privaten Firmen abhängig. Die Auswahl an Anwendungen, die freie Formate unterstützen, ist in der Regel deutlich größer, von daher eignen sie sich auch besser zur Langzeitarchivierung. Geschlossene Formate können verändert oder eingestellt werden, auch die Lizensierung kann sich ändern.

Bei einem offenen Format stehen bei der Spezifikation technische Aspekte im Vorderungen. Die liegt alleine schon daran, weil jede Änderung frei nachvollziehbar ist. Bei einem geschlossenen Format kann eine Firma machen, was sie will. So wurde das PSD Format mit der Zeit verändert und auf Interoperabilität mit anderen Adobe Anwendung wie InDesign optimiert. Änderungen, die von den meisten Photoshop-Anwendern nicht benötigt werden und die unklare Auswirkungen auf die Kompatibilität haben. Auch der eingeführte Abo-Zwang zeigt wohin proprietäre Formate steuern können. Wer kann heute sagen unter welchen Bedingungen man PSD Dateien in zehn Jahre bearbeiten kann? Gibt es bis dahin den Cloud-Zwang? Bei TIFF wird es den sicher nicht geben.

Vorteile von TIFF

Die meiner Meinung nach drei wichtigsten Argumente für TIFF sind:

  • Die Dateigröße kann bis zu 4GB betragen (PSD 2GB)
  • Die Kompatibilität mit anderen Anwendungen ist weitaus größer, was Worflows ermöglicht, die mit PSD nicht möglich sind
  • Es ist ein freies Format mit allen oben beschriebenen Vorteilen

Weitere Vorteile:

  • Die Dateigröße einer TIFF Datei, die als Bild- und Ebenenkomprimierung ZIP verwendet, ist in der Regel ca. 5-10%  kleiner als die einer PSD Datei.Dies hängt stark vom Inhalt der Datei ab, manchmal liefert auch PSD die kleinere Datei. Um die Größen zu vergleichen muss die PSD Datei mit maximaler Kompatibilität gespeichert wurde, das TIFF Format beinhaltet diese maximale Kompatibilität standardmäßig.
  • TIFF ist besser geeignet zur Langzeitarchivierung. Da das Format nicht proprietär ist wird man auch in vielen Jahren noch (freie) Anwendungen finden, die TIFF lesen und bearbeiten können.
  • Der letzte Stand einer TIFF Datei kann immer ohne Abo-Zwang bearbeitet werden. Bei PSD ist das nur so lange möglich wie es Anwendungen ohne Abo-Zwang gibt, die die jeweilige PSD Version unterstützen. Ansonsten ist man gezwungen, das Abo zu zahlen. Das Gleiche gilt auch, wenn man die PSD Dateien nicht mit maximaler Kompatiblität speichert.
  • TIFF Vorschauen werden in vielen Anwendungen angezeigt, z.B. dem Windows Explorer
Vorteile von PSD
  • Bessere Interoperabilität zwischen Adobe Anwendungen (InDesign, nicht Lightroom) in bestimmten Fällen. Hiedruch wird das Format allerdings aufgebählt mit Informationen, die man als reiner Photoshop Anwender nicht benötigt.
  • Die Komprimierung beim Speichern ist ggf. etwas schneller
Fazit

TIFF hat gegenüber PSD keine nennenswerten Nachteile, es bietet hingegen einige gravierende Vorteile. Der wichtigste Vorteil für mich ist die Dateigröße von maximal 4GB. Da PSD auf 2GB beschränkt ist muss man bei größeren Dateien alternativ zu PSB oder TIFF wechseln. PSB beschränkt die weiteren Bearbeitungsmöglichkeiten auf Lightroom und Photoshop, TIFF nicht. Bearbeitungen oder auch nur die Verwaltung sind mit dem PSBS Foramt in anderen Programmen wie z.B. Capture One nicht möglich. Dateigröße, Kompatibilität,  Langzeitarchivierung und die Offenheit des Standarts sind weitere Punkte, die ganz klar für die Verwendung von TIFF sprechen.

Werden die Dateien größer als 4 Gigabyte so gibt es leider keine Alternativen zu PSB. Diese Dateigröße muss man allerdings erstmal erreichen. Es gibt auch Möglichkeiten, die Dateigröße in Photoshop zu reduzieren. Hierauf werde ich in einem anderen Beitrag eingehen.

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